Auswanderer-Familie Kleifgen-Heck aus Karl
Teil 1 (Foto zum Vergrößern anklicken)
1816, 1846-47, 1853 und die 1870er Jahre waren Zeiten landwirtschaftlicher Missernten und Hungersnot in der Eifel. Damals wanderten viele Familien aus, die meisten nach Nord- und Südamerika. Weitere Gründe waren die hohen Steuern und Holzpreise.
Der folgende Bericht stützt sich auf die Angaben eines Nachfahren der Familie Kleifgen-Heck, Harry Poulos, der in Kolmar (Illinois) lebte, auf Standesamts-Unterlagen aus Manderscheid und auf das Familienbuch der Pfarrei Großlittgen.
Am 9. Februar 1855 (kirchliche Trauung 14. Februar) heirateten Johann Kleifgen und Maria Elisabeth Heck aus Karl. Johann Kleifgen war aus Philippsweiler zugezogen und als Knecht auf der Großlittger Mühle beschäftigt. Er stammte aus einer „mobilen“ Familie. Sein Vater, Michael Kleifgen, war von Beruf Zimmermann und befand sich zur Zeit der Trauung in Afrika. Sein genauer Aufenthaltsort war unbekannt.
Johann Kleifgen und Maria Heck hatten sechs Kinder, von denen das erste im März 1857 starb. Es wurde nur 15. Monate alt. Ende 1866, Anfang 1867, starben drei weitere ihrer Kinder. Wie Herr Poulos schrieb, sollen sie Scharlachfieber oder Diphterie gehabt haben. Auch Sohn Heinrich war sehr krank, und viele Karler kamen an sein Bett, um für ihn zu beten. Er wurde wieder gesund. In dieser schweren Zeit war Maria mit dem sechsten Kind, Elisabeth, schwanger. Sie kam am 6. Juni 1867 zur Welt.
Nach den vorangegangenen Schicksalsschlägen und wegen der schlechten Zeit beschloss die Familie, nach Nordamerika auszuwandern.
Über den weiteren Verbleib der Familie berichtete Harry Poulos: Die Familie kam in New York an, vermutlich in Ellis Island. Dort wurde der nicht ganz fünfjährigen Elisabeth, als die Kleifgens mit den anderen Auswanderer-Familien auf die „Abfertigung“ warteten, eine Banane angeboten. Da sie noch niemals zuvor eine solche Frucht gesehen hatte, versuchte sie sie zu essen, ohne sie vorher zu schälen.
Dann machte sich die Familie auf nach Chicago. Die Stadt war ein beliebtes Ziel deutscher Auswanderer, weil Bodenbeschaffenheit und Klima den hiesigen vergleichbar ist. Die Kleifgens wohnten zunächst in McHenry, eine kleine Ortschaft nordwestlich von Chicago, später zogen sie ins Zentrum..
Johann Kleifgen, Anstreicher von Beruf, spezialisierte sich in der Folgezeit auf das Ornamentmalen in Kirchen. Auch Häuser und Kutschen bemalte er sehr kunstvoll. Er starb im Jahre 1891, seine Frau Maria im Jahre 1906, beide an Krebs.