Die gräflichen Höfe Hilscheid und Neuenhof
Der Hof Hilscheid lag zwischen Eckfeld und Brockscheid. Noch heute führt der Wald diesen Namen.
Im Jahre 1593 war „Hof Hilscheid und das Medumb Land daselbst“ für 1 Malter, 3 Sester Korn und 13 Malter, 4 Sester Hafer an die Gemeinde Eckfeld verpachtet.
In einem am 27. März 1792 angefertigten Auszug aus dem Schöffenweistum der Grafschaft Manderscheid heißt es über den Hof Hilscheid, dass die Gemeinde Eckfeldeine jährliche Erbpacht in Höhe von 5 Malter, 4 Sömmer Korn sowie 10 Malter, 8 Sömmer Hafer Daunische Maß für die Nutzung des Hofes an den Grafen von Manderscheid zu liefern habe.
Zwischen 1724 und 1729 fand ein Prozess statt zwischen der Gemeinde Eckfeld und Graf Wolfgang Heinrich von Manderscheid-Kail. Die Eckfelder reklamierten den Hof Hilscheid für sich als Erblehen. Dieser Prozess wurde im Jahre 1781 wieder aufgenommen, der Ausgang ist nicht überliefert.
Der Neuenhof
Dieses Hofgut lag zwischen Pantenburg und Buchholz. Eine erste Nachricht erhalten wir aus einer Urkunde, ausgestellt im Jahre 1543. Als „Eigenhof“ der Grafen von Manderscheid wurde er von einem Hofmann geführt.
Im Jahre 1546 verpachteten sie den Neuenhof an einen gewissen Johentgen aus Oberstadtfeld. Im Jahre 1593 betrug die Pacht 1 Malter, 4 Sester Korn.
Am 15. April 1616 vergaben die Manderscheider den Neuenhof an Theis Paulus aus Eckfeld und seine Frau Margarethe auf 25 Jahre. Die vereinbarte Pacht betrug 6 Malter Roggen, 10 Malter Hafer sowie „ein fettes Schwein“, das an St. Stephanstag zu liefern war.
Nach dem „Schöffenweistum“ des gleichen Jahres war der Hofmann des Neuenhof nach Artikel 13 verpflichtet, das Küchen- und auch sonstiges Holz auf die Niederburg zu liefern. Die „Stockbauern“ oder „Kirspelmänner“, wie die leibeigenen Bauern im Luxemburgischen genannt wurden, mussten die Felder des Neuenhof bestellen und erhielten dafür vom Hofmann Brot und Wein.
Als die Grafen von Manderscheid im Jahre 1660 die Familie Rüth von Aspe mit dem Hof Dierfeld belehnten, verfügten sie gleichzeitig, dass die bisher auf dem Neuenhof ausgeführten Frohndearbeiten nun auf Hof Dierfeld auszuführen waren. Dagegen wehrten sich die gräflichen Untertanen, gingen vor Gericht, aber unterlagen dort.
Im Jahre 1780 vergab Gräfin Auguste von Manderscheid-Blankenheim den Neuenhof an Johannes Schleidweiler. Anna Catharina Schleidweiler, geb. am 19. April 1806 auf dem Neuenhof, heiratete am 12. Januar 1832 Anton Reis aus Laufeld. Am 23. Juni 1932 starb Mathias Scheidweiler, der ebenfalls auf dem Neuenhof geboren worden war, in Bettenfeld.
Später war der Hof im Besitz von Peter und Margarete Heck. Im Jahre 1845 wurde 14 Bewohner des Neuenhofes gezählt.
Die Heck-Tochter Magdalena heiratete am 30. Januar 1849 Jakob Steilen aus Wallscheid und 1862 in zweiter Ehe Peter Meyer aus Laufeld. Sohn Mathias Heck, geb. 1828, heiratete am 21. Januar 1858 Magdalena Letsch aus Wallscheid. Sohn Bernhard heiratete am 22. Januar 1863 Elisabeth Praum aus Laufeld. Eine weitere Heck-Tochter heiratete nach Eckfeld.
Nach dem kirchlichen Jahrbuch war der Neuenhof im Jahre 1860 nicht mehr bewohnt. Die verbliebenen Hecks verwendeten Steine und Holz des Neuenhofs zum Bau ihrer Häuser.
Quellen: Herzog von Croy’sches Archiv (Dülmen), Landeshauptarchiv (Koblenz), Familienbücher.